Iris
Ich bin Iris – ein sehr intuitiver und feinfühliger Mensch, der schon früh gelernt hat, die Welt intensiver wahrzunehmen als viele andere. Lange versuchte ich, mich anzupassen, niemanden zu enttäuschen und meinen Platz in einer Welt zu finden, die sich oft zu laut und zu viel anfühlte. Meine eigenen Bedürfnisse stellte ich häufig zurück und meine Gefühle drückte ich weg – besonders Wut und Trauer. Doch irgendwann holte mich alles ein.
Der tiefste Einschnitt meines Lebens kam am 01.12.2023, als unsere Mutter plötzlich und unerwartet verstarb. Dieser Verlust riss mir den Boden unter den Füßen weg. Ich war konfrontiert mit einer Wucht an Emotionen: Schock, Ohnmacht, Schmerz, Sinnlosigkeit, Angst, Wut – und einer Trauer, die alles durchdrang. Das alte Leben war vorbei, und mit ihm ein Teil von mir. Ich musste mich inmitten dieser Trümmer neu finden.
Dieser Weg begann erst, als ich mir erlaubte, wirklich zu fühlen – ohne Scham, ohne Funktionieren, ohne Stärke vortäuschen zu müssen. Ich suchte Unterstützung, sprach, weinte, schrie, sank zusammen und stand wieder auf. Ich lernte, meine Gefühle nicht länger zu bekämpfen, sondern ihnen Raum zu geben. Stück für Stück wurde ich wieder lebendig. Und ich erkannte: Wenn ich diese dunkle Zeit überstehen konnte, dann kann ich auch andere begleiten, die sich in ihrem Schmerz verloren fühlen.
Heute helfen Lena und ich Menschen, die in Trauer, Überforderung oder emotionaler Starre feststecken – jene, die fühlen wollen, aber Angst davor haben; die trauern, aber nicht wissen, wie; die glauben, ihren Schmerz allein tragen zu müssen. Wir zeigen ihnen, dass Trauer kein Feind ist, sondern ein Weg. Dass Fühlen nicht schwach macht, sondern heilt. Und dass wir aus dem tiefsten Tal wieder herausfinden können, nicht indem wir Emotionen vermeiden, sondern indem wir ihnen mutig begegnen.
Ich bin hier, um ein Licht zu sein in Phasen, die so dunkel erscheinen, dass man kaum noch Hoffnung sieht.
Denn ich weiß: Wir können Schmerz überleben und daraus wachsen!